Purpurglöckchen: welche Sorte wohin passt und wie sie lange schön bleibt
Im Oktober sieht man sie überall: in Balkonkisterln, in Herbstschalen vor der Haustür und auf vielen Gräbern rund um Allerheiligen. Das Purpurglöckchen (Heuchera) wird nicht wegen seiner Blüten gepflanzt, sondern wegen seiner Blätter, die je nach Sorte fast schwarz, weinrot, karamellfarben oder limettengrün sind. Wir erklären, welche Sorte wohin passt, wie die Pflanze jahrelang schön bleibt und was zu tun ist, wenn sie plötzlich schlappmacht.
Blumen online bestellen, Zustellung oft noch am selben Tag.
Jetzt Blumen bestellenEine Staude aus Nordamerika
Purpurglöckchen gehören zu den Steinbrechgewächsen und stammen aus Nordamerika, wo die Wildarten an Waldrändern, in Felsspalten und an feuchten Hängen wachsen. Ihren botanischen Namen verdanken sie dem deutschen Arzt und Botaniker Johann Heinrich von Heucher. Die Wildarten haben meist schlicht grüne oder leicht gemusterte Blätter. Die bunten Sorten, die heute in jeder Gärtnerei stehen, sind das Ergebnis jahrzehntelanger Züchtung.
Die Blätter bilden eine dichte, halbkugelige Rosette. Im Frühsommer erscheinen darüber dünne Stiele mit vielen kleinen, glockenförmigen Blüten in Weiß, Rosa oder Korallenrot, die gern von Insekten besucht werden. Bei den meisten Blattsorten sind die Blüten eher Nebensache. Wer will, schneidet sie nach dem Verblühen ab.
Die Blattfarbe bestimmt den Standort
Die wichtigste Regel beim Pflanzen ist einfach: Je heller das Laub, desto mehr Schatten braucht es.
- Dunkle und rote Sorten wie 'Palace Purple' oder 'Obsidian' vertragen Halbschatten am besten, kommen aber auch mit Morgen- oder Abendsonne zurecht. Im tiefen Schatten vergrünt ihr Laub oft etwas.
- Gelbe und limettengrüne Sorten wie 'Lime Rickey' bekommen in praller Mittagssonne leicht braune Brandflecken. Sie leuchten im Halbschatten und machen dunkle Ecken unter Gehölzen hell.
- Orange und karamellfarbene Sorten wie 'Caramel' oder 'Marmalade' liegen dazwischen und verändern ihren Farbton oft im Laufe des Jahres.
In den heißen, trockenen Sommern im Osten Österreichs, etwa in Wien, im Weinviertel oder im Burgenland, sollten Purpurglöckchen keine volle Nachmittagssonne bekommen und eine Mulchschicht haben. In Lagen mit feuchterem Klima im Westen und in den Voralpen gedeihen sie meist ohne viel Aufwand.
Grüße zu Allerheiligen oder einfach so: Blumen mit Lieferung in ganz Österreich.
Preise und Auswahl ansehenPflanzen und pflegen
- Pflanzzeit: Im Frühjahr oder im Herbst. Topfware aus der Gärtnerei können Sie fast das ganze Jahr setzen, solange der Boden nicht gefroren ist.
- Boden: Locker, humos und durchlässig. Staunässe, vor allem im Winter, ist die häufigste Todesursache. In schwerem Lehm hilft eine Beimischung von Kompost und Splitt.
- Gießen: Halten Sie die Erde gleichmäßig leicht feucht. Gießen Sie an die Basis, nicht über die Blätter.
- Düngen: Im Frühjahr etwas Kompost oder Langzeitdünger genügt. Zu viel Dünger macht die Blätter weich und weniger farbig.
- Rückschnitt: Im zeitigen Frühjahr unansehnliche alte Blätter entfernen, verblühte Stiele im Sommer abschneiden. Ein radikaler Rückschnitt ist nicht nötig.
Wenn die Pflanze aus der Erde wächst
Nach drei, vier Jahren sieht ein Purpurglöckchen oft aus, als säße es auf einem kleinen Stamm. Der Wurzelstock schiebt sich nach oben und verholzt, die Blätter sitzen nur noch an der Spitze. Graben Sie die Pflanze dann im Frühjahr oder Frühherbst aus, teilen Sie sie in Stücke mit eigenen Wurzeln und setzen Sie diese so tief, dass nur die Blattrosette herausschaut. Danach wächst sie wieder kompakt.
Wenn die Pflanze plötzlich welkt
Welkt ein Purpurglöckchen trotz feuchter Erde und lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, haben oft die Larven des Dickmaulrüsslers die Wurzeln gefressen. Die erwachsenen Käfer erkennt man an buchtigen Fraßstellen am Blattrand. Gegen die Larven helfen Nematoden, die Sie im Fachhandel bekommen und bei warmer Erde ins Gießwasser geben, typischerweise im Spätsommer oder Frühjahr.
Herbstbepflanzung für Grab und Balkon
Für die Herbstbepflanzung sind Purpurglöckchen beliebt, weil ihre Farben im Herbst besonders kräftig wirken und das Laub in vielen Wintern bis ins Frühjahr hält. Schön kombinieren lassen sie sich mit Besenheide, Silberkraut, Gräsern wie der Japan-Segge oder kleinen Alpenveilchen. Bei Grabschalen zu Allerheiligen setzen dunkle Purpurglöckchen einen ruhigen, würdigen Akzent.
- Verwenden Sie Gefäße mit Abzugsloch und eine Drainageschicht. In nassen Kisterln faulen die Wurzeln.
- Gießen Sie im Winter an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist. Immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser.
- Nach dem Winter setzen Sie die Pflanzen aus Schale oder Kisterl einfach ins Beet. Dort wachsen sie weiter.
Auch Floristen arbeiten gern mit den Blättern. In Gestecken und kleinen Sträußen geben sie Rosen, Ranunkeln oder Nelken einen dunklen, edlen Hintergrund.
Purpurglöckchen auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Botanischer Name | Heuchera |
| Familie | Steinbrechgewächse |
| Herkunft | Nordamerika |
| Standort | Halbschatten, helle Sorten schattiger |
| Blütezeit | Frühsommer bis Sommer, je nach Sorte |
| Winterhart in Österreich | Ja, Laub oft wintergrün |
| Teilen | Etwa alle drei bis vier Jahre |
Verwandt sind übrigens die Heucherellen (× Heucherella), eine Kreuzung aus Purpurglöckchen und Schaumblüte. Sie werden ähnlich gepflegt und vertragen meist noch mehr Schatten. Was Blumen und Farben in Sträußen ausdrücken, erfahren Sie im Ratgeber Blumensprache.
Verschenken Sie einen Strauß mit starken Farben und schönem Grün, zugestellt in ganz Österreich.
Strauß wählen →Tipps, wie Schnittblumen länger frisch bleiben, finden Sie in unseren Pflegetipps.