Blumen zu Allerheiligen: Tradition, Grabschmuck und stille Erinnerung

Allerheiligen am 1. November zählt in Österreich zu den bedeutendsten Feiertagen im Kirchenjahr. Familien aus ganz Österreich pilgern auf die Friedhöfe, um ihrer Verstorbenen zu gedenken und die Gräber liebevoll mit Blumen, Gestecken und Lichtern zu schmücken.

Chrysantheme zu Allerheiligen
Chrysantheme: Unsterblichkeit
Erika für die Grabschale
Erika: Schutz und Trost
Weiße Lilien
Weiße Lilie: Reinheit
Weiße Nelken zu Allerheiligen
Nelke: Erinnerung

Kaum ein anderer Brauch ist so tief im österreichischen Jahreskreis verwurzelt wie der Friedhofsgang zu Allerheiligen. Schon Tage vorher beginnen die Vorbereitungen: Die Gräber werden gerichtet, Herbstlaub wird zusammengekehrt und frischer Grabschmuck wird gerichtet. Wer keinen Garten oder keine Floristin um die Ecke hat, der bestellt sein Allerheiligen-Gesteck heute bequem online und lässt es direkt an die Wunschadresse oder an Angehörige in einem anderen Bundesland senden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Blumen sich besonders eignen, was es mit der Gräbersegnung auf sich hat und welche regionalen Unterschiede es in Österreich gibt.

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Welche Blumen zu Allerheiligen?

Die typischen Allerheiligenblumen sind robust, wetterfest und tragen eine stille, würdevolle Symbolik. Sie sollen den November mit seinem Frost und Nebel überstehen und gleichzeitig Trost spenden. Die Klassiker am Grab sind Chrysanthemen, Erika (Heidekraut), weiße Lilien und Nelken. Jede dieser Blumen hat ihre eigene Bedeutung und Geschichte, die wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen.

Chrysanthemen: Die Königinnen des Herbstes

Die Chrysantheme ist die Allerheiligenblume schlechthin. In ganz Österreich, von Vorarlberg bis ins Burgenland, schmücken die farbenfrohen Blüten in Weiß, Gelb, Bronze, Rosa und tiefem Bordeauxrot die Gräber. Chrysanthemen stehen für Unsterblichkeit, ewige Liebe und Trauer, was sie zum perfekten Begleiter am Friedhof macht. Sie trotzen dem ersten Frost erstaunlich gut und halten je nach Witterung mehrere Wochen. Besonders beliebt sind die kissenförmigen Multiflora-Chrysanthemen, die als runde Polster in der Grabschale wunderschön zur Geltung kommen. Wer kein Grab zu schmücken hat, aber dennoch ein Zeichen setzen möchte, kann auch einen Trauerstrauß mit Chrysanthemen an Angehörige senden lassen.

Erika und Heidekraut: Zarte Robustheit

Das Heidekraut, in Österreich oft schlicht Erika genannt, ist die zweite große Säule der Allerheiligen-Floristik. Mit seinen feinen, glockenförmigen Blüten in Lila, Rosa, Weiß oder kräftigem Pink bringt es Farbe ins novembergraue Bild. Erika ist außergewöhnlich winterhart und blüht oft bis weit in den Dezember hinein. Sie eignet sich hervorragend als Topfpflanze für die Grabschale, als Beipflanzung zu Chrysanthemen oder als kompletter Grabbinder. Praktischer Tipp: Die sogenannte Knospenheide (Calluna) verliert ihre Farbe nicht so schnell wie die echte Glockenheide und ist daher bei Floristinnen besonders gefragt.

Weiße Lilien: Symbol der Reinheit

Die weiße Lilie gilt seit der Antike als Sinnbild für Reinheit, Unschuld und das ewige Leben. Im christlichen Brauchtum ist sie eng mit Maria und den Heiligen verbunden, was sie zu Allerheiligen besonders passend macht. Während Lilien für die offene Grabschale im Freien eher empfindlich sind, eignen sie sich hervorragend für Trauerbuketts, Sargbinder und Kirchenschmuck. Wer mehr über Pflege und Symbolik dieser edlen Blume erfahren möchte, dem empfehlen wir unseren Ratgeber zur Lilie. In Kombination mit Eukalyptus und weißen Rosen entsteht ein Strauß von würdevoller Eleganz.

Nelken: Klassiker mit langer Tradition

Die Nelke ist die wohl traditionellste Trauerblume in Österreich. Vor allem rote und weiße Nelken werden seit Generationen zu Allerheiligen verwendet, sei es im Strauß, im Kranz oder als Einzelblume am Grab. Sie sind preislich erschwinglich, ausgesprochen langlebig und symbolisieren je nach Farbe Liebe (rot), Trauer und Erinnerung (weiß) oder Treue (rosa). Lange galten Nelken als etwas altmodisch, doch in der modernen Trauerfloristik feiern sie ein gelungenes Comeback, oft in Kombination mit Trockengräsern oder Beerenzweigen. Mehr zu Symbolik und Pflege finden Sie in unserem Beitrag zur Nelke.

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Allerheiligen-Traditionen in Österreich

Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November bilden in Österreich ein untrennbares Paar. Während Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist und allen Heiligen der katholischen Kirche gewidmet ist, gedenken die Gläubigen am Allerseelentag besonders der verstorbenen Angehörigen. Der zentrale Brauch ist die Gräbersegnung: Am Nachmittag des 1. November zieht der Pfarrer mit Ministranten und der Gemeinde über den Friedhof, betet an den geschmückten Gräbern und segnet sie mit Weihwasser. Am Wiener Zentralfriedhof, einem der größten Friedhöfe Europas, ist dies ein eindrückliches Erlebnis: Tausende Lichter flackern in der Dämmerung, Familien stehen still vor den Gräbern und die Gruppen der Pfarren ziehen durch die weitläufigen Alleen. In Kärnten ist es vielerorts üblich, das Grab bereits am Vorabend mit Lichtern zu schmücken und die ganze Nacht brennen zu lassen. In Salzburg und Tirol sind opulente, oft mit Moos ausgelegte Grabgestecke verbreitet, in die kunstvoll Chrysanthemen, Tannenzweige und Erika eingebunden werden. In der Steiermark wiederum hält sich der Brauch, am Allerheiligentag Verwandte und Patenkinder zu besuchen und ihnen den traditionellen Allerheiligenstriezel zu schenken, ein geflochtenes Germgebäck, das Verbundenheit über den Tod hinaus symbolisiert. Der Friedhofsbesuch der ganzen Familie, oft mit Großeltern, Eltern und Kindern, ist dabei ein zentrales soziales Ereignis: Man trifft Nachbarn, tauscht Erinnerungen aus und pflegt das Andenken gemeinsam.

So wählen Sie das richtige Gesteck

Die Auswahl an Grabschmuck ist groß. Damit Sie das passende Stück finden, haben wir die wichtigsten Varianten für Sie zusammengefasst:

  • Grabgesteck: Ein klassisches Arrangement aus Tannengrün, Moos, Chrysanthemen und herbstlichen Akzenten wie Hagebutten oder Zapfen. Wird flach auf das Grab gelegt und hält oft den ganzen Winter über.
  • Grabschale: Eine bepflanzte Schale, meist mit Erika, kleinen Chrysanthemen, Alpenveilchen oder Silberblatt. Ideal für alle, die lebende Pflanzen bevorzugen und das Grab über mehrere Wochen frisch wirken lassen wollen.
  • Allerheiligenkranz: Der runde Kranz steht symbolisch für das ewige Leben. Er wird traditionell aus Tannenreisig gebunden und mit Chrysanthemen, Schleifen und Beeren verziert. Besonders in Salzburg und Tirol sehr beliebt.
  • Grabbinder: Ein längliches, längs auf das Grab gelegtes Gebinde aus Reisig und Blumen. Es ist eine schöne Alternative zum Kranz und passt besonders gut auf schmale Grabstellen.
  • Topfpflanze (Erika, Chrysantheme): Die einfachste und doch sehr stimmungsvolle Variante. Eine winterharte Topfpflanze kann direkt auf das Grab gestellt werden und blüht oft bis in den Advent hinein.

Was schickt man der trauernden Familie?

Nicht immer hat man die Möglichkeit, selbst am Friedhof vorbeizuschauen, etwa wenn die Familie in einem anderen Bundesland lebt oder man im Ausland wohnt. In solchen Fällen ist es eine wunderschöne Geste, den Hinterbliebenen einen Blumengruß ins Haus zu senden. Geeignet sind dezente, herbstlich gehaltene Sträuße in Weiß, Creme, sanftem Rosa oder gedämpftem Bordeaux, etwa mit weißen Rosen, Chrysanthemen, Eustoma und Eukalyptus. Eine handgeschriebene Karte mit ein paar persönlichen Zeilen wie «In stillem Gedenken» oder «Wir denken an euch» rundet die Aufmerksamkeit ab. Wer mag, kann zusätzlich einen traditionellen Allerheiligenstriezel beilegen, gerade bei Patenkindern und engen Verwandten ist das eine besonders herzliche Geste. Lesen Sie auch unseren Ratgeber zur Kondolenz und zur Blumensprache, um die richtige Symbolik zu wählen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Blume ist die typische Allerheiligenblume in Österreich?

Die Chrysantheme ist eindeutig die Allerheiligenblume Nummer eins in Österreich. Sie ist robust gegen Frost, hält mehrere Wochen und symbolisiert Unsterblichkeit und ewige Liebe. Dicht gefolgt wird sie von der Erika (Heidekraut), die als winterharte Topfpflanze die Grabschalen schmückt.

Wann findet die Gräbersegnung statt?

Die Gräbersegnung wird in den meisten österreichischen Pfarren am Nachmittag des 1. November, also am Allerheiligentag, abgehalten. In manchen Gemeinden, vor allem am Land, findet sie auch am 2. November, dem Allerseelentag, statt. Die genauen Uhrzeiten erfahren Sie in Ihrer Pfarre oder im Schaukasten am Friedhof.

Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen?

Allerheiligen am 1. November ist ein gesetzlicher Feiertag und gedenkt aller Heiligen der katholischen Kirche. Allerseelen am 2. November ist hingegen der Gedenktag für alle verstorbenen Gläubigen und kein gesetzlicher Feiertag. In der Praxis verschmelzen die beiden Tage durch den Friedhofsbesuch und die Gräbersegnung oft zu einem gemeinsamen Brauchtum.

Was ist ein Allerheiligenstriezel?

Der Allerheiligenstriezel ist ein traditionelles geflochtenes Germgebäck, das vor allem in Wien, Niederösterreich und der Steiermark verbreitet ist. Paten schenken ihn klassischerweise ihren Patenkindern als Symbol der Verbundenheit. Das Flechten der drei Stränge soll zudem an die Trauer und das ewige Band zwischen den Lebenden und Verstorbenen erinnern.

Kann ich Allerheiligenblumen auch online bestellen?

Selbstverständlich. Über blumenbestellen.at können Sie Grabgestecke, Trauersträuße und Topfpflanzen bequem online ordern und an Angehörige in ganz Österreich senden lassen. Das ist besonders praktisch, wenn Sie selbst nicht zum Friedhof kommen können oder Verwandte in einem anderen Bundesland überraschen möchten.

Welche Farben sind zu Allerheiligen passend?

Klassisch sind gedeckte und würdevolle Farben: Weiß steht für Reinheit, Bordeaux und Bronze für Erinnerung, gedämpftes Rosa und Violett für stille Trauer. Auch warme Herbsttöne wie Gelb und Orange sind durchaus erlaubt, vor allem bei Chrysanthemen, und bringen Wärme in die Friedhofsstimmung.

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