Schnitt-Iris, Bartiris und wilde Schwertlilien in Österreich
Hinter dem Namen Iris stecken ganz verschiedene Pflanzen: die schlanke Schnitt-Iris aus dem Blumengeschäft, die üppige Bartiris im Bauerngarten und eine Handvoll wilder Schwertlilien, die in Österreich auf Trockenrasen und Feuchtwiesen wachsen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie die Iris in der Vase länger genießen, wie die Gartenarten gedeihen und welche wilden Verwandten man besser nur anschaut.
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Jetzt Blumen bestellenDrei Gruppen, die man kennen sollte
Die Gattung Iris umfasst weltweit rund 300 Arten. Für Blumenfreunde in Österreich sind vor allem drei Gruppen wichtig, die sich im Aussehen ähneln, aber ganz unterschiedlich behandelt werden:
- Holländische Iris (Iris × hollandica): Die typische Schnitt-Iris mit langem, geradem Stiel und einer Blüte in Blau, Violett, Weiß oder Gelb. Sie wächst aus einer Zwiebel und ist im Handel praktisch das ganze Jahr erhältlich. Bekannte Sorten sind 'Blue Magic' und 'Professor Blaauw'.
- Bartiris (Iris germanica und Hybriden): Die große Gartenstaude mit dem pelzigen Bart auf den drei Hängeblättern. Sie wächst aus einem dicken, waagrecht liegenden Rhizom und blüht im Mai und Juni, je nach Sorte in fast jeder Farbe außer reinem Rot.
- Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica): Schmale, grasartige Blätter und zierliche blaue Blüten auf schlanken Stielen. Im Garten liebt sie feuchtere Plätze, etwa am Teichrand.
Wilde Schwertlilien in Österreich
Einige Iris-Arten sind bei uns heimisch, und manche davon sind selten geworden. Die Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila) wird nur etwa 5 bis 15 cm hoch und blüht im April und Mai in Felssteppen und lückigen Trockenrasen des pannonischen Raums in Niederösterreich, Wien und im Burgenland. Diese Vorkommen gehören zum westlichen Rand eines Verbreitungsgebiets, das bis weit nach Osten reicht.
Die Sibirische Schwertlilie wächst wild auf Feuchtwiesen, etwa im Nationalpark Donau-Auen, wo sie im Mai und Juni blüht. Sie braucht Wiesen, die nicht gedüngt und erst im Spätsommer gemäht werden, wenn der Boden abgetrocknet ist. Wo Wiesen öfter gemäht, gedüngt oder entwässert werden, verschwindet sie. Die früher typischen Schwertlilienwiesen im Marchfeld sind auf diese Weise weitgehend verloren gegangen. An Ufern und in Gräben trifft man außerdem die gelb blühende Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).
Wichtig für Wanderungen: In Niederösterreich sind alle Iris-Arten vollständig geschützt, in Wien teilweise. Pflücken oder Ausgraben ist daher keine gute Idee. Wer die Pflanzen im eigenen Garten haben möchte, kauft sie in der Gärtnerei.
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Preise und Auswahl ansehenSchnitt-Iris in der Vase
Iris ist keine Langläuferin unter den Schnittblumen, mit der richtigen Auswahl holen Sie aber das Beste heraus. Entscheidend ist der Moment des Kaufs: Die Knospe sollte geschlossen sein, an der Spitze aber schon einen Streifen Farbe zeigen, wie ein Pinsel, der in Farbe getaucht wurde. Ganz grüne Knospen öffnen sich in der Vase oft nicht mehr, offene Blüten sind nach zwei, drei Tagen vorbei.
- Schneiden Sie die Stiele mit einem scharfen Messer schräg an und entfernen Sie Blätter, die ins Wasser reichen würden.
- Verwenden Sie eine saubere Vase mit kühlem Wasser und dem Frischhaltemittel, das dem Strauß beiliegt.
- Stellen Sie die Iris nicht in die Sonne, nicht auf die Heizung und nicht neben reifes Obst.
- Erneuern Sie das Wasser alle zwei Tage und schneiden Sie die Stiele dabei leicht nach.
- Holländische Iris bildet in der Hülle manchmal eine zweite Knospe. Zupfen Sie die erste Blüte nach dem Verwelken vorsichtig aus, dann kann die zweite nachkommen.
Rechnen Sie mit wenigen Tagen bis etwa einer Woche, je nachdem, wie kühl der Raum ist. Iris wirkt am stärksten in kleinen Gruppen oder zusammen mit gelben Frühlingsblumen. Welche Blumen deutlich länger halten, lesen Sie im Ratgeber Schnittblumen, die am längsten halten.
Bartiris im Garten
Die Bartiris ist eine dankbare Staude für sonnige, eher trockene Lagen. Das warme, oft trockene Klima im Osten Österreichs kommt ihr entgegen. Wichtig ist vor allem, wie das Rhizom liegt:
- Flach pflanzen: Das Rhizom liegt waagrecht und schaut mit der Oberseite aus der Erde, damit die Sonne es erwärmen kann. Zu tief gepflanzt, blüht die Iris kaum.
- Durchlässiger Boden: Nässe im Winter verträgt sie schlecht. Schwere Böden lockern Sie mit Sand oder Splitt auf.
- Sparsam düngen: Zu viel Stickstoff fördert Blätter und Fäulnis statt Blüten.
- Teilen: Etwa alle drei bis vier Jahre, im Juli oder August, einige Wochen nach der Blüte. Schneiden Sie die Blätter der Teilstücke dabei fächerförmig auf etwa eine Handbreite zurück.
Abgeschnitten hält auch die Bartiris einige Tage. Jeder Stiel trägt mehrere Knospen, die nacheinander aufgehen. Entfernen Sie die verwelkten Blüten, dann sieht der Stiel länger frisch aus.
Iris auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Arten weltweit | Rund 300 |
| Schnitt-Iris im Handel | Fast ganzjährig |
| Haltbarkeit in der Vase | Wenige Tage bis etwa eine Woche |
| Blüte der Bartiris | Mai bis Juni |
| Zwerg-Schwertlilie (wild) | April bis Mai, pannonischer Osten |
| Schutz in Niederösterreich | Alle Arten vollständig geschützt |
Regenbogen, Lilienwappen und Parfüm
Benannt ist die Iris nach der griechischen Götterbotin Iris, die über den Regenbogen zwischen Himmel und Erde wandert. Der Name passt zu einer Pflanze, die es in so vielen Farben gibt. Das französische Lilienwappen, die Fleur-de-Lis, ist nach verbreiteter Ansicht eher eine stilisierte Schwertlilie als eine echte Lilie. Weniger bekannt ist die Iris als Duftlieferant: Aus den getrockneten Rhizomen bestimmter Arten, vor allem Iris pallida und der Florentiner Iris, wird die Veilchenwurzel gewonnen. Ihr Duftstoff ist in der Parfümerie sehr geschätzt, braucht aber jahrelange Trocknung.
Als Geschenk steht Iris für Wertschätzung und Zuversicht. Ein Strauß mit blauer Iris ist eine gute Wahl für jemanden, der eine neue Aufgabe beginnt oder eine Prüfung geschafft hat. Mehr Bedeutungen finden Sie im Ratgeber Blumensprache.
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Strauß wählen →Allgemeine Tipps für frische Sträuße finden Sie in unseren Pflegetipps.