Tulpen: vom kaiserlichen Garten in Wien in Ihre Vase

Dass die Tulpe als holländische Blume gilt, hat viel mit Wien zu tun: Hier blühte sie im 16. Jahrhundert im kaiserlichen Garten, bevor ein Botaniker die Zwiebeln nach Leiden mitnahm. Lesen Sie, woher die Tulpe kommt, welche Sorten Sie kaufen können, wie ein Tulpenstrauß eine Woche lang frisch bleibt und wann die Zwiebeln in die Erde gehören.

Rote Tulpe in Nahaufnahme
Rot - verliebt
Rosa Tulpe mit sich öffnender Blüte
Rosa - zärtlich
Weiße Tulpe vor hellem Hintergrund
Weiß - schlicht und klar
Bunter Tulpenstrauß in einer Vase in der Wohnung
Ein Strauß voller Frühling

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Von Konstantinopel über Wien nach Leiden

Wild wachsen Tulpen von Südosteuropa bis tief nach Zentralasien. Im Osmanischen Reich waren sie längst Gartenblumen, als der Gesandte Ogier Ghislain de Busbecq ab 1554 im Auftrag Ferdinands I. am Hof Süleymans des Prächtigen verhandelte. Busbecq war begeisterter Gärtner und ließ Zwiebeln und Samen nach Wien schicken.

1573 holte Kaiser Maximilian II. den flämischen Botaniker Carolus Clusius als Leiter des kaiserlichen Gartens nach Wien. Clusius vermehrte die Tulpen, tauschte Zwiebeln mit Gartenfreunden in ganz Europa und machte Wien für einige Jahre zur Drehscheibe für neue Zwiebelblumen. Als er 1593 an die Universität Leiden wechselte, nahm er seine Sammlung mit. Die Tulpenblüte im Leidener Botanischen Garten im Frühjahr 1594 gilt als Beginn der niederländischen Tulpenzucht, die in den 1630er-Jahren in der berüchtigten Tulpenmanie gipfelte.

Die Schnitttulpen, die im Winter und Frühling bei uns im Blumengeschäft stehen, kommen heute großteils aus den Niederlanden. Ab Dezember gibt es Treibtulpen, die Hauptsaison der Schnitttulpe reicht bis etwa April, im Garten blühen sie je nach Sorte und Lage von Ende März bis Mai. Damit sind Tulpen die typischen Blumen für Ostern, und zum Muttertag im Mai bekommt man die letzten späten Sorten.

Die wichtigsten Tulpensorten

Tulpen werden international in Sortengruppen eingeteilt, und Tausende Sorten sind registriert. Im Blumengeschäft begegnen Ihnen vor allem diese:

  • Triumph-Tulpen: Die klassische Schnitttulpe mit der eiförmigen Blüte, in nahezu allen Farben, robust und gut haltbar.
  • Darwin-Hybriden: Besonders große Blüten auf kräftigen Stielen, beliebt im Garten, weil sie oft mehrere Jahre wiederkommen.
  • Gefüllte Tulpen: Dicht gefüllt wie kleine Päonien, sehr romantisch, im Garten allerdings anfällig, wenn es lange regnet.
  • Papageientulpen: Gekrauste, oft geflammte Blütenblätter. Auffällig und ein bisschen wild.
  • Lilienblütige und gefranste Tulpen: Spitz zulaufende beziehungsweise fein gefranste Blütenränder für elegante, moderne Sträuße.
  • Langstielige „französische“ Tulpen: Sehr lange Stiele und große Blüten, ideal für hohe Vasen.

Bei der Bedeutung sind Tulpen unkomplizierter als Rosen. Rote Tulpen sind eine leichte, frühlingshafte Liebeserklärung, rosa Tulpen sagen Danke und passen zum Muttertag, gelbe bringen gute Laune, weiße wirken ruhig und klar. Ein bunter Strauß ist schlicht ein Frühlingsgruß, der fast immer passt. Hintergründe zur Symbolik bietet unsere Blumensprache und im Ratgeber Blumen zum Muttertag.

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Tulpen in der Vase: das ist anders als bei anderen Blumen

Tulpen sind keine fertigen Blumen, wenn sie in die Vase kommen. Ihre Stiele wachsen weiter, oft um einige Zentimeter, und sie drehen Stiel und Blüte zum Licht. Ein Tulpenstrauß sieht deshalb nach drei Tagen anders aus als am ersten Tag. Das ist kein Mangel, sondern Teil des Charmes, lässt sich aber lenken:

  1. Frisch anschneiden: Ein bis zwei Zentimeter mit einem scharfen Messer abschneiden und Blätter entfernen, die ins Wasser reichen.
  2. Gerade richten: Neigen sich die Tulpen schon stark, rollen Sie den Bund fest in Packpapier oder eine Zeitung und geben ihm ein, zwei Stunden kaltes Wasser. Danach haben sich die Stiele meist wieder gestreckt.
  3. Wenig, aber kaltes Wasser: Eine Handbreit kaltes Wasser genügt. Tulpen trinken viel, also täglich nachfüllen und alle zwei Tage komplett wechseln.
  4. Hohe, schmale Vase: Sie stützt die wachsenden Stiele. Die Vase täglich etwas drehen, dann neigen sich die Tulpen nicht nur zum Fenster.
  5. Kühl stellen: Je kühler, desto länger. Im warmen Wohnzimmer gehen die Blüten schnell weit auf; über Nacht ins kühle Stiegenhaus oder Schlafzimmer gestellt, gewinnen Sie einige Tage.
  6. Vorsicht mit Narzissen: Osterglocken und andere Narzissen sondern aus der Schnittstelle einen Saft ab, der die Leitbahnen der Tulpen verstopft. Lassen Sie die Narzissen vorher einen Tag in einem eigenen Kübel ausschleimen und kürzen Sie sie danach nicht noch einmal.

Mehr Grundregeln finden Sie in unseren Pflegetipps, und welche Blumen noch länger halten als Tulpen, verrät unsere Liste der langlebigsten Schnittblumen.

Tulpe auf einen Blick

FrageAntwort
Vasenlebenca. 5-8 Tage, kühl länger
Schnittblumensaisonca. Dezember bis April
Gartenblüte in ÖsterreichEnde März bis Mai
Zwiebeln setzenHerbst, vor dem Bodenfrost

Tulpenzwiebeln im Garten

Jetzt im Herbst ist Pflanzzeit. Tulpenzwiebeln brauchen den Winter: Erst eine längere Kältephase im Boden bringt sie im Frühling zum Blühen. Setzen Sie sie von Ende September bis November, solange sich der Boden noch bearbeiten lässt, mit der Spitze nach oben etwa 10 bis 15 cm tief in durchlässige, sonnige Erde. In Gärten mit Wühlmäusen hilft ein Pflanzkorb aus Draht. Nach der Blüte schneiden Sie nur die Samenkapsel ab und lassen das Laub stehen, bis es gelb wird, denn es versorgt die Zwiebel für das nächste Jahr.

⚠️ Für Haustiere und empfindliche Haut: Katze und Hund vertragen Tulpen nicht: Blätter und Blüten, vor allem aber die Zwiebeln, führen zu Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Lagern Sie Pflanzzwiebeln im Herbst außer Reichweite und behalten Sie grabfreudige Hunde im Blick. Auch Menschen reagieren manchmal: Wer viel mit Tulpen hantiert, kann eine juckende, rissige Haut an den Fingern bekommen, unter Floristen als „Tulpenfinger“ bekannt. Handschuhe helfen. Weitere Pflanzen, bei denen Vorsicht geboten ist, sammelt unser Ratgeber Blumen und Haustiere.

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Häufige Fragen zu Tulpen

Wieso werden Tulpen in der Vase krumm?
Auch abgeschnitten legen Tulpen noch an Länge zu und suchen das hellste Fenster. Darum kippen sie mit der Zeit zur Seite. Eine hohe, schmale Vase gibt Halt, und wenn Sie die Vase täglich ein Stück drehen, bleiben die Stiele gerader.
Vertragen sich Tulpen und Osterglocken in einer Vase?
Ja, wenn Sie einen Tag Geduld haben. Osterglocken und andere Narzissen verlieren an der Schnittstelle Saft, der Tulpen welken lässt. Geben Sie die Narzissen erst einen Tag in ein eigenes Gefäß, kürzen Sie sie danach nicht mehr und stellen Sie sie dann zu den Tulpen.
Wann kommen Tulpenzwiebeln in die Erde?
Zwischen Ende September und November, bevor der Boden zufriert. Ohne die Kälte des Winters bilden die Zwiebeln keine Blüten. Setzen Sie sie mit der Spitze nach oben etwa 10 bis 15 cm tief.
Was passiert, wenn Katze oder Hund an Tulpen knabbern?
Meist bekommen die Tiere Magen-Darm-Probleme mit Speicheln, Erbrechen oder Durchfall, denn Tulpen sind für sie giftig. In den Zwiebeln steckt am meisten davon. Hunde, die im Garten Zwiebeln ausgraben, sind deshalb mehr gefährdet als Tiere, die an einem Blatt knabbern.

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