Dahlien und Georginen: Farbe bis zum ersten Frost

Wenn im Spätsommer viele Gartenblumen müde werden, legen Dahlien erst richtig los. In Österreich sagen viele noch Georgine dazu, gemeint ist dieselbe Pflanze. Hier erfahren Sie, welche Blütenformen es gibt, wie Sie die Knollen setzen und über den Winter bringen und was eine Dahlie in der Vase braucht.

Große, gefüllte Dahlienblüte in natürlichem Licht
Schmuckdahlie
Rote Dahlie mit dicht gestaffelten Blütenblättern
Leuchtendes Rot
Rosa Dahlie in Nahaufnahme
Pastellrosa
Dahlie in warmen Spätsommerfarben
Spätsommerstrauß

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Dahlie oder Georgine?

Beides ist richtig. Der botanische Name Dahlia erinnert an den schwedischen Botaniker Anders Dahl. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts taufte Carl Ludwig Willdenow, damals Professor in Berlin, die Gattung jedoch zu Ehren von Johann Gottlieb Georgi um, einem Naturforscher an der Akademie in Sankt Petersburg. Wissenschaftlich setzte sich später wieder „Dahlia“ durch, im Alltag Mittel- und Osteuropas blieb aber die Georgine lange der übliche Name. In Österreich hört man ihn bis heute, vor allem bei älteren Gärtnerinnen und Gärtnern und im Bauerngarten.

Ursprünglich stammen Dahlien aus dem Hochland Mexikos und Mittelamerikas. Daraus erklärt sich ihr Verhalten bei uns: Sie lieben Wärme und Sonne, vertragen aber keinen Frost. Die Knollen müssen darum in den meisten Regionen Österreichs im Winter ins Haus.

Blütenformen: von schlicht bis prunkvoll

Durch Züchtung gibt es heute eine enorme Zahl an Sorten, von wenigen Zentimetern kleinen Pompons bis zu Blüten so groß wie ein Teller. Gärtnerinnen und Dahlienvereine ordnen sie nach der Blütenform in Gruppen. Ein Überblick:

  • Einfache Dahlien: Nur eine Reihe Zungenblüten rahmt die offene, gelbe Mitte. Der Klassiker ist ‚Bishop of Llandaff‘ mit scharlachroten Blüten und fast schwarzem Laub.
  • Halskrausen-Dahlien: Wie die einfachen, aber mit einem zweiten, kürzeren Blütenkranz rund um die Mitte.
  • Schmuckdahlien: Breite, flache Blütenblätter, oft große Blüten. Dazu gehört ‚Café au Lait‘ in Creme bis Hellrosa, eine der gefragtesten Sorten für Hochzeitssträuße.
  • Kaktus- und Semikaktusdahlien: Schmale, längs eingerollte Blütenblätter, die wie Strahlen abstehen.
  • Ball- und Pompondahlien: Kugelrunde, dicht gefüllte Blüten mit wabenartig eingerollten Blättern, Pompons sind dabei die kleineren.
  • Seerosendahlien: Flache, offen wirkende Blüten mit leicht gewölbten Blütenblättern, besonders elegant in der Vase.

Wer Bienen und Hummeln etwas Gutes tun will, setzt auf einfache und halbgefüllte Sorten. Bei dicht gefüllten Blüten kommen Insekten kaum an Pollen und Nektar.

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Das Dahlienjahr im Garten

  1. April - Vortreiben: Wer früh Blüten will, legt die Knollen in Töpfe mit Erde und stellt sie hell und frostfrei auf, etwa in den Wintergarten oder an ein kühles Fenster.
  2. Mitte Mai - Auspflanzen: Nach den Eisheiligen kommen die Knollen in sonnigen, lockeren, nährstoffreichen Boden, mit fünf bis zehn Zentimetern Erde darüber. Hohe Sorten bekommen gleich beim Pflanzen einen Stab, damit Sie später nicht die Knolle beschädigen.
  3. Frühsommer - Schnecken und Entspitzen: Junge Triebe sind bei Schnecken heiß begehrt, kontrollieren Sie besonders nach Regen. Kneifen Sie die Spitze über dem dritten oder vierten Blattpaar ab, verzweigt sich die Pflanze und bringt mehr Stiele.
  4. Juli bis Oktober - Blüte: Je mehr Sie schneiden, desto mehr blüht nach. Verblühtes regelmäßig entfernen, bei Trockenheit gründlich gießen.
  5. Nach dem ersten Frost - Ausgraben: Hat der Frost das Laub schwarz gefärbt, in Österreich je nach Lage meist im Oktober oder November, schneiden Sie die Stängel auf etwa zehn Zentimeter zurück und heben die Knollen vorsichtig aus.
  6. Winter - Lagern: Erde abschütteln und die Knollen ein paar Tage luftig abtrocknen lassen. Ideal ist danach ein dunkler Kellerraum mit fünf bis acht Grad; eingebettet in trockenen Sand, Hobelspäne oder Zeitungspapier schrumpeln sie weniger. Ab und zu nachsehen und faule Stellen entfernen.

Ende Oktober ist also genau die Zeit, in der in vielen Gärten die letzten Georginen geschnitten und danach die Knollen eingewintert werden. Welche Blumen sonst noch bis in den November blühen, zeigt unser Ratgeber zu Herbstblumen.

Dahlien in der Vase

Anders als Pfingstrosen oder Rosen öffnen sich Dahlien nach dem Schnitt kaum noch weiter. Schneiden Sie deshalb Blüten, die fast ganz aufgeblüht sind, deren Mitte aber noch geschlossen und frisch aussieht. Die Rückseite der Blüte verrät das Alter: Sind die äußeren Blütenblätter dort schon welk oder papierig, ist die Blüte zu alt.

  • Am Morgen oder Abend schneiden, nicht in der Mittagshitze, und gleich ins Wasser stellen.
  • Heißwasser-Trick: Die hohlen Stiele kurz, etwa eine halbe Minute, wenige Zentimeter tief in heißes Wasser tauchen und dann in kühles Vasenwasser stellen. Viele Floristinnen schwören darauf, weil der Stiel danach besser Wasser leitet.
  • Laub entfernen, das ins Wasser reichen würde.
  • Oft frisches Wasser: Dahlienstiele werden im Wasser schnell schleimig. Wechseln Sie es täglich oder jeden zweiten Tag und kürzen Sie die Stiele leicht.
  • Kühler Platz: Weg von Heizkörper und praller Sonne hält der Strauß deutlich länger.

Rechnen Sie mit vier bis sieben Tagen in der Vase. Das ist kürzer als bei manchen anderen Schnittblumen, dafür liefert ein gesunder Dahlienstock im Garten über Wochen ständig Nachschub. Was allen Schnittblumen hilft, verraten unsere Pflegetipps.

Wann ein Dahlienstrauß passt

Dahlien sind die Blumen der Fülle: Ein bunter Strauß passt zum Erntedank, zum Geburtstag im Spätsommer oder als Mitbringsel für eine Einladung. Cremefarbene und zartrosa Sorten sind bei Spätsommer- und Herbsthochzeiten beliebt, satte Rot- und Orangetöne bringen Wärme in graue Herbsttage. Schön kombinieren lassen sie sich mit Sonnenblumen, Zinnien, Astern, Hagebuttenzweigen und Gräsern. Eine feste Blumensprache wie bei der Rose gibt es für die Dahlie kaum, meist steht sie schlicht für Lebensfreude und Dankbarkeit. Was andere Blumen bedeuten, erklärt unser Ratgeber zur Blumensprache.

Dahlie auf einen Blick

EigenschaftInformation
GattungDahlia, in Österreich auch Georgine
HerkunftHochland von Mexiko und Mittelamerika
Blüte im GartenJuli bis zum ersten Frost
Knollen setzenNach den Eisheiligen, 5 bis 10 cm tief
ÜberwinternDunkel und frostfrei, etwa 5 bis 8 °C
In der VaseRund 4 bis 7 Tage
⚠️ Hinweis für Tierhalter: Für Katzen und Hunde ist die Dahlie schwach giftig. Gefressene Blätter, Blüten oder Knollen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen, der Pflanzensaft kann die Haut reizen. Stellen Sie Strauß und eingelagerte Knollen außer Reichweite. Mehr in unserem Ratgeber Giftige Blumen für Haustiere.

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Fragen und Antworten rund um Dahlien

Ist eine Georgine dasselbe wie eine Dahlie?
Ja, es ist dieselbe Pflanze. Georgine ist der ältere Alltagsname, der sich in Österreich und Teilen Ostdeutschlands gehalten hat. Er erinnert an Johann Gottlieb Georgi, einen Naturforscher, dem Carl Ludwig Willdenow die Gattung zu Beginn des 19. Jahrhunderts widmete.
Wann muss ich Dahlienknollen ausgraben?
Wenn die erste Frostnacht das Laub schwarz gefärbt hat, bei uns meist im Oktober oder November. Stängel handbreit über dem Boden abschneiden, Knollen vorsichtig mit der Grabgabel herausheben, abtrocknen lassen und den Winter über kühl, dunkel und frostfrei aufbewahren.
Wann werden Dahlien gepflanzt?
Die Knollen kommen nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Beet, etwa fünf bis zehn Zentimeter tief. Wer früher Blüten möchte, treibt sie ab April in Töpfen an einem hellen, frostfreien Ort vor.
Wie lange halten Dahlien in der Vase?
Meist vier bis sieben Tage. Dahlien öffnen sich nach dem Schnitt kaum noch weiter, darum schneidet man sie fast voll aufgeblüht. Frisches Wasser jeden Tag oder jeden zweiten Tag und ein kühler Platz verlängern die Freude.
Was ist bei Dahlien und Haustieren zu beachten?
Die Pflanze kann bei Katzen und Hunden Magen-Darm-Beschwerden und gereizte Haut verursachen, gilt aber nur als schwach giftig. Trotzdem gehören Vase und eingelagerte Knollen außer Reichweite neugieriger Tiere.

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